Samstag, 19.7.2003
Auch heute frühstücken wir im Pop. Das ist angeblich ein Studentencafe. Die Studenten sind hier im Schnitt zwischen 70 und 80 Jahre alt. Die meisten kennen sich, fast jeder wird persönlich begrüßt.
Danach gehen wir noch kurz in ein Internetcafe, bevor wir das Mietauto abholen, mit dem wir nun eine Woche durch Yúcatan cruisen wollen.
Wir haben uns inzwischen dagegen entschlossen, nach Palenque zu fahren. Man hat uns davon abgeraten, mit dem Auto während der Regenzeit die lange Fahrt zu machen. Stattdessen wollen wir es gemütlich angehen und zunächst nach Celestun fahren, einem Ort am mexikanischen Golf.
Nicole und Nelson vom MedioMundo meinen, dass das ein ganz traumhafter Flecken sei. Sie kennen die Besitzer von dem Hotel, in dem wir bleiben wollen, und rufen dort an. Es hebt keiner ab. Das würden wir verstehen, wenn wir erstmal da wären. Dort sei man noch viel behäbiger und langsamer als in Mérida. Wir sollten uns aber keine Sorgen machen, dort ein Zimmer zu bekommen.
Als wir in Celestun ankommen, stellt sich die Unterkunftssuche schwieriger dar als gedacht. Das Hotel María del Carmen hat - wie einige andere - kein Zimmer mehr frei.
Im Eco Hotel Julio direkt am Strand haben wir Glück. Einfache Zimmer reihen sich um den sandigen Hof. Durch ein Tor gelangt man direkt auf den Strand. Ein altes Männchen vermietet uns das kleine Zimmer und legt sich dann in seine Hamaca.
Wir baden im warmen Golf von Mexiko.
Das Gewitter zieht auf. Wir lesen im Strandhof unter dem Palmendach. Das Männchen in der Hamaca schnarcht.
Unglaublich, wie idyllisch das hier ist!
Zu Abend essen wir wie alle anderen Gäste von Julio im einzigen geöffneten Restaurant. Es gibt Fisch und Krebs, was sonst
Sonntag, 20.7.2003
Wir stehen früh auf, weil wir die Fahrt zu den Flamingos am Morgen machen wollen. Auf der Brücke liegt ein großes Fischerboot und enleert seinen Fang: kleine Haie und so.
Die Bootstour machen wir zusammen mit einer Schweizer Familie. Das hatten wir schon am Vorabend verabredet. Wir müssen mit dem Bootsbesitzer feilschen, dann gehts los. Zuerst zur Tankstelle, um Benzin zu holen. Dann um die Landzunge herum und in die Lagune zu den Flamingos. Schon von weitem sieht man ein rosafarbenes Band, das über dem Meer schwebt.
Wir fahren ganz nah ran, der Bootsmann macht den Motor aus, und wir können die Flamingos eine Weile beobachten.
Wir fahren durch einen Mangrovenwald und zum “Ojo del Agua Baldiosera”. Das ist ein klarer See, irgendwas zwischen Süß- und Salzwasser. Wir gehen baden, und es wäre auch ganz herrlich, wenn nur die Mücken nicht wären…
Auf dem Rückweg geht es am “Bosque petrificado” mit “versteinerten Bäumen” vorbei. Noch ein paar andere Vögel und herrliche Farben.
Zurück am Strand frühstücken wir. Wir verbringen den Tag mit Baden, Muscheln suchen, Lesen und einem Plausch mit anderen Julio-Gästen. Im Kopf vermischen sich Englisch, Spanisch, Französisch und Deutsch zu einem echten Kauderwelsch.
Nach dem Gewitter gehen wir noch mal Baden und genießen dann den Sonnenuntergang. Wir essen Fisch. Später wird noch eine Flasche Rotwein am Strand geleert.
(Ursprünglich veröffentlicht auf www.letzthin.de.)