Samstag, 26.7.2003
Wir gehen schwimmen und frühstücken “Huevos a la Mexicana” am Strand. Nach langem Überlegen gehen wir im Meer Schnorcheln. Die Wellen merkt man aber nicht. Wir gleiten mit ein paar bunten Fischlein am Korallenriff entlang. Irgendwann reicht es dann aber auch, die Haut ist schrumpelig und wir brechen auf nach Tulúm. Der Sonnenbrand wird nicht lange auf sich warten lassen, zum Glück hatten wir T-Shirts an.
In Tulúm haben wir schon übers Web im Diamante K eine Cabaña reserviert. Hier werden wir die letzten Tage unseres Mexiko-Urlaubs verbringen. Die Anlage ist traumhaft. Mit Figuren, Fackeln, Muschel-Mobiles, Triphop Musik und Begrüßungs-Margarita. Der jungsche Barkeeper hat den Trick raus. Ein Geheimrezept, das er nur gegen viel Geld verkaufen will. Aber mit dem richtig guten Tequila “Don Julio” würde er noch besser schmecken.
Wir gucken uns das Dorf Tulúm an, ein typischer Durchgansstraßenort. Wir erledigen ein paar Einkäufe, essen eine Kleinigkeit (leckere Fachitas de pollo), erkundigen uns nach den Bussen und fahren dann schnell wieder ins Diamante K zurück.

Wir verbringen den Abend in Hamacas, lesen und gehen an dem kleinen Strand schwimmen. Margarita zum aus-chillen.
Sonntag, 27.7.2003
Heute müssen wir das Auto in Playa del Carmen zurückgeben. Wir gehen schwimmen und fahren danach gleich los. Auf der Suche nach der Autovermietung in Playa beginnt ein Kampf mit den Einbahnstraßen und einer Fußgängerzone. Die Adresse stellt sich als total falsch heraus, und wir fahren planlos umher. Irgendwann finden wir jemanden, der weiß, wo Hertz ist. Endlich dort angekommen, werden wir unglaublich unfreundlich behandelt. Hertz! Wirklich nicht zu empfehlen.
Mr. … gibt uns zuletzt auf die Nachfrage nach seiner Business Card wie selbstverständlich den Namen seines Chefs, wann wir den erreichen, pipapo. Demnächst werde ich wohl wirklich noch einen Beschwerdebrief an Hertz losschicken. Also, das war wirklich der Hammer!
Naja, genug der Aufregung. Wir haben das Auto abgegeben! Wir frühstücken im Café Museo Maya, das in unserem Reiseführer heiß gelobt wird, und das wir eher zufällig finden. Wir nutzen die Gelegenheit und surfen noch kurz im Web, bevor wir weiterziehen. Leider haben wir vergessen, eine wirklich prima Idee des Cafés zu nutzen: das Gebraucht-Bücher-Regal. Man kann zwei seiner Bücher gegen ein anderes tauschen. Kaufen geht natürlich auch. Aber dummerweise denken wir erst daran, als wir schon ein paar Blöcke weitergegangen sind. Wir kehren sogar um, doch als wir wieder am Café sind, ist der “Regal-Betreuer” in die Siesta verschwunden.
Also suchen wir nach einem Buchladen. Unser Lesestoff ist nämlich so gut wie aufgebraucht. Leider finden wir nur eine USA today. Mit dem Bus fahren wir nach Tulúm zurück und verbringen den Rest des Abends in Hamacas. Wir essen im Restaurant des Diamante K, nicht schlecht aber doch eher Nouvelle Cuisine…
Montag, 28.7.2003
Heute ist Entspannungstag. Kein Plan. Wir gehen schwimmen und frühstücken in einem Cabaña Resto direkt oberhalb vom Strand mit Blick aufs Meer. Die Cabaña Anlage muss wohl “Banana” heißen, in den Banana Pancakes sind jedenfalls keine Bananas. Schmecken trotzdem gut, wie auch das Omelette. Wir gehen ein weiteres mal baden und relaxen. Zum Glück gibt es im Diamante K eine Zeitschriftenkiste, in der jemand das Buch “Inconceivable” von Ben Elton reingelegt hat. Sehr lustiges Buch. Lesestoff-Problem gelöst.
Während wir lesen, kommt plötzlich unerwartet Bewegung auf: Hektische Rufe, ein Mitarbeiter kommt mit einem langem Stock, verschwindet damit in einer Hütte. Alle gucken gespannt ? und nach einer Weile kommt er mit einer Schlange heraus. Ohje. Ob ich noch werde schlafen können?
Nach einem Strandspaziergang in Richtung der Tulúm Ruinen essen wir hinter dem großen öffentlichen Strand mexikanisches Abendessen.
Wir haben gerade den Rückweg angetreten, als hinter uns eine Gewitter- und Regenfront aufzieht und uns förmlich verfolgt. Ein Mexikaner, der noch badet, läuft aus dem Wasser und ruft seiner Familie aufgeregt zu: “Corre!” Lauft! Das ist nun wirklich etwas übertrieben. Wir schafffen es ohne Probleme zur nächsten Strandbar - dann fängt es an zu schütten. Wir trinken einen (schlechten) Margarita. Wir sind einfach zu verwöhnt vom Diamante K Margarita!
Es ist schon dunkel, als wir zurückgehen. Etwas komisch, weil man nicht weiß, ob man gleich auf einen der unzähligen Strandkrebse tritt oder auf den verwesenden Kadaver eines Nagetiers. Oder auf sonst etwas. Wir lassen den Abend an unserer Bar ausklingen.
Dienstag, 29.7.2003
Ich wache schon ganz früh auf und gucke mir den Sonnenaufgang an. Wunderschön! Dann - fast schon Routine - das morgendlich Baden nach dem Aufstehen.
Langsam fängt es an zu nerven, dass auf die sanitären Anlagen nicht wirklich viel Wert gelegt wird. Mal wieder kein Toilettenpapier, eine Toilette ist verstopft, vorübergehend gibt es kein fließendes Wasser…
Wir frühstücken wieder bei “Banana” und gehen dann zu den Tulúm Ruinen.
Die Anlage ist einfach wunderschön, auch wenn die einzelnen Bauwerke nicht so faszinierend sind wie in Uxmal oder Chichén Itzá. Aber das Areal ist relativ klein und nicht weit (genug) von Cancún entfernt, von wo aus die Touristengruppen in Reisebusgröße ankommen. Ziemlich schnell ist es ziemlich voll. Und heiß. 
Glücklicherweise gibt es einen traumhaften Strand und man kann sich ein bisschen beim Baden erfrischen.
Wieder im Diamante K sind wir ziemlich KO von der Anstrengung und machen nichts weiter als Baden, Lesen, Dösen, … Zum Abendessen gehen wir noch mal fast bis zu den Ruinen zu einer Cabaña Anlage, die sehr nett aussah. Das Essen ist allerdings enttäuschend. Wenn man einmal eine Fischplatte wie in Xpu-Há gegessen hat, ist man einfach desillusioniert. So schnell wird man nicht wieder etwas so gutes essen…
Mittwoch, 30.7.2003
Noch ein letztes mal baden gehen. “Banana” hat leider zu, und wir frühstücken in einem anderen Cabaña Cafe, das auch sehr nett ist. Wir gehen zur Rezeption und wollen ein Taxi bestellen. Wie das überall in der Anlage auch ausgeschildert ist: Sagen Sie einfach bescheid… Die etwas merkwürdige Kassiererin an der Rezeption lässt uns wissen, dass sie kein Taxi rufen kann (kein Telefon, oder was?). Aber man müsse sich nur an die Straße stellen, da kämen ständig welche vorbei.
Und tatsächlich: Als wir auf die Straße gehen, kommen schon die nächsten Gäste an und wir können direkt das Taxi übernehmen. Wir sind folglich viel zu früh am Busbahnhof und müssen noch ein Weilchen auf unseren Bus warten. Wir fahren erst nach Playa del Carmen und steigen dort in den Flughafenbus. Wir haben noch ein paar Pesos und kaufen uns davon die letzten Quesadillas. Das stellt sich im nachhinein als eine Super-Idee heraus, denn der Service bei US Airways lässt zu wünschen übrig.
(Ursprünglich veröffentlicht auf www.letzthin.de.)
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