Letztes Wochenende waren wir in Lesotho. Lesotho ist ein eigenständiges Land mitten in Südafrika. Durch die Nähe zu den Drakensbergen und die Größe des Landes könnte man es die Schweiz von Südafrika nennen, nur dass die wirtschaftliche Lage katastrophal ist. In Lesotho leben ca. 43% der Bevölkerung von weniger als einem US-Dollar am Tag und es ist eines der Länder mit der höchsten Arbeitslosigkeit der Welt. Die Analphabetenrate lag 2005 bei 36% und erst seit 2000 gibt es überhaupt die Schulpflicht.
Wir sind von Durban über den Sani-Pass nach Losotho gefahren. Der Sani darf nur mit einem 4X4 Geländewagen befahren werden und wir hatten es wohl auch nicht anders geschafft. Es ist eine einfache Schotterpiste mit teilweise ordentlichen Anstiegen. In Lesotho fährt man mitten durch die Drakensberge mit einer schönen Aussicht in die Täler, es gibt aber viele flache Abschnitte, da es eine Hochebene ist.
Wer mit einem Auto durch die abgelegenen Bergdörfer in der Nähe des Sani-Passes fährt, ist eine Attraktion, da es kaum Verkehr gibt und die Einheimischen entweder zu Fuß oder mit Pferden unterwegs sind. Sobald mal langsamer fährt, wird man von Kindern umzingelt, die auf Süßigkeiten oder sonstige Geschenke hoffen. Wie viele Kinder es in Lesotho geben muss, erahnt man an der Vielzahl der Primary Schools, an denen man vorbei fährt.
Bei unserer Übernachtung in Mokhotlong haben wir einige Bewohner in der Hotelbar kennengelernt. Unter anderem den Lehrer einer Behindertenschule und einen Gefängniswärter, der wissen wollte, wie man in Deutschland mit den Gefangenen umgeht. Leider ist die Gefängnisführung am nächsten Morgen geplatzt, weil wir es nicht gefunden haben…